Willst du, dass man Gutes von dir sagt, dann sag es nicht selbst, lautet ein bekanntes Zitat – und bringt auf den Punkt, was Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bezwecken: andere sollen sich positiv über das Unternehmen äußern. Man bewirkt das durch Kommunikationsmittel, die man in den meisten Firmen zumindest teilweise in Eigenleistung erstellen und handhaben kann. Das macht Öffentlichkeits- und Pressearbeit zu relativ günstigen Maßnahmen. Außerdem bereiten sie der sonstigen Kommunikation des Unternehmens den Boden, zum Beispiel dem Personalmarketing. Das spart zusätzlich noch Werbeaufwand ein.
Ergänzend zur Werbung fördern PR, also Öffentlichkeits- und Pressearbeit, Bekanntheit, Vertrauen, den guten Ruf. Ihre Kommunikationsaktivitäten dienen der allgemeinen Meinungsbildung sowie der Gestaltung guter Beziehungen zu verschiedenen Personengruppen im Tätigkeitsgebiet und der Region. Zum Beispiel örtliche Lieferanten, Marktteilnehmer, Schulen und Bildungsstätten, Lokalpolitik und Behörden. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit hat Pressearbeit die Aufgabe, Verbindung zu Medien aufzubauen und zu unterhalten, Berichterstattung anzustoßen und Material dafür zur Verfügung zu stellen.
Sachlich und seriös statt nur „social“
Social Media-Aktivitäten sind eine Art Mischmasch-Marketing. Zwar unterstützen auch sie die Beziehungen zu Zielgruppen und ermöglichen Storytelling. Aber die Formate sind nicht auf Substanz und Tiefgang ausgelegt. Im Vordergrund stehen Unterhaltsamkeit, Bildeffekte und „Info mit Tempo“. Zudem bleibt die Firma immer als Absender präsent, sagt und zeigt letztlich Gutes von sich selbst, siehe oben. Es ist daher sinnvoll, zusätzlich objektive Medienpartner zu gewinnen. Dazu gehören vor allem die Lokalpresse, Lokalradio sowie regionale Wirtschaftsmedien und Branchenmagazine. Sie für den Betrieb zu interessieren und für Berichterstattung zu gewinnen, schafft eine Win-Win-Situation: Man liefert Stoff, der das Publikum der Medien interessiert und profitiert selbst von der Breitenwirkung der Veröffentlichungen und Berichte. Da Chefinnen und Chefs an ihrem Standort in der Regel bestens vernetzt sind, gibt es in der Regel sogar schon Kontakte zu Redaktionen. Eine gute Basis für weitere und intensivere Zusammenarbeit.
Alles Gute ist eine Nachricht
Viele Betriebe machen den Fehler, potenziell öffentlichkeitswirksame Nachrichten wenig oder gar nicht zu kommunizieren. Ziemlich oft liegt das ganz einfach daran, dass man selbst für selbstverständlich hält, was für andere neu, toll, etwas Besonderes ist.
Zur professionellen Öffentlichkeitsarbeit gehört deshalb, als erstes einmal Firmengeschichte, Alltag und Zukunftspläne wie Außenstehende zu betrachten und zu überlegen, was davon für andere interessant sein könnte. Das ist weit mehr als die üblichen Standardthemen wie Jubiläen, ungewöhnliche Projekte und Problemlösungen, Preise und Auszeichnungen oder die Mitwirkung an bedeutenden Bauten in der Region. Auch zum Beispiel die Positionierung, die Kerngedanken der Marke und das, was Haltung und Werte ausdrückt. Im Prinzip das Was, Wie und Warum all dessen, was man neben dem Dachdecken sonst noch so tut. Etwa Sportförderung, Besonderheiten der Azubi-Betreuung, Arbeitszeitregelungen und Ausstattung, gelebte Überzeugungen (Nachhaltigkeit, Denkmalschutz, Familienfreundlichkeit, Integration, Gesundheit und Sicherheit im Betrieb, Jugend- und Nachwuchsförderung, Engagement in Schulen, Beiträge zu Bildung und Kultur, Lokalpolitik, Tierschutz, Mitwirkung in 100Top-Gremien...). Mindesten ebenso spannend ist alles Originelle, von einmaligen Talenten, Lebens- und Karrierewegen bis hin zu coolen Events, etwa ungewöhnlichen Betriebsausflügen. Sogar das Grillsaucenrezept vom letzten Betriebs-BBQ kann eine Meldung wert sein, wenn die Kräuter auf dem Firmen-Gründach wachsen! Für Resonanz sorgt, wenn man etwas zu erzählen hat, das Neugier befriedigt oder positive Gefühle auslöst.
Vier bis acht Medien-Meldungen im Jahr reichen, damit ein Handwerksbetrieb in der Region verstärkt auf sich aufmerksam macht und sich nachhaltig ins Gespräch bringt. Regelmäßigkeit richtet dabei mehr aus als die Anzahl. In einem der nächsten Blog-Beiträge stellen wir zusammen, wie man so etwas vorbereitet und selbst ausarbeitet oder an PR-Fachleute delegiert. Der Aufwand ist überschaubar und lohnt sich oft mehr als manch andere, arbeitsintensivere Maßnahme: Ein gut gemachter Artikel, ein TV- oder Radiobeitrag mit Gehalt erreicht sehr viel – und erreicht sehr viele!
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