Talentmanagement – ein Trend mit Tradition, jedenfalls im Handwerk. Denn hier gehört so etwas zum täglichen Brot: Nach den richtigen Personen für den Betrieb suchen und sie anwerben. Die besonders talentierten Kräfte so einsetzen, dass sie ihr Können bestmöglich zur Geltung bringen können. Karrierechancen bieten. So fördern und unterstützen, dass es die Fähigkeiten und Fertigkeiten gezielt weiter entwickelt und zugleich die Bindung ans Unternehmen festigt.
Perfektes, noch professionelleres Talentmanagement wird daraus, wenn man all das nicht nur planvoll und systematisch betreibt, sondern dabei eine Haltung der Empathie einnimmt: Man bezieht Gedanken und Gefühle, Bedürfnisse und Interessen, Anliegen und Sichtweisen der Mitarbeitenden bewusst verstärkt ein. Deshalb beginnt empathisches Talentmanagement mit guter Kommunikation.
Empathisches Talentmanagement: mehr Verständnis haben – und ausdrücken
- Schon immer waren im Handwerk Teammitglieder Individuen und nicht nur „Ressource“. Aber es ist heute wichtig, das auch zu sagen. Und zwar am besten von Anfang an – bei der Gewinnung neuer Teammitglieder.
- Oft passiert es aus Bequemlichkeit, dass man im Recruiting gängige Floskeln verwendet oder sich darstellt, „wie man das halt so macht“. Doch damit nimmt man sein Gegenüber letztlich nicht ernst genug. Echt zu sein ist eine Form der Wertschätzung. Drücke sie schon durch Personalwerbung in deiner Sprache und Art der Ansprache aus. Sie sollte so lässig oder herzlich, anspruchsvoll oder bodenständig sein, wie es Selbstverständnis, Stil und Ton in der Firma entspricht.
- Vermeide abgedroschene Wendungen wie „Du solltest teamfähig sein“ oder „dynamisches Arbeitsumfeld“. Ein echter Abtörner ist „aussagekräftige Bewerbung“. Lieber einfach ganz konkret sagen, was erwartet wird.
- So manches unentdeckte Talent würde vielleicht gerade in deiner Firma richtig aufblühen. Schaffe Möglichkeiten und Chancen zum Quereinstieg für Menschen aus anderen Branchen sowie Hochschulabbrecher.
- Versetze dich in die Lebenssituation möglicher neuer Kandidaten. Wer gut ist, ist ja meist schon in Arbeit. Das musst du strategisch berücksichtigen. Mach dich durch Employer Branding deutlicher als attraktiver Arbeitgeber erkennbar. Überlege dir Maßnahmen für passiv wechselwillige Personen. Die suchen zwar nicht aktiv, lassen sich aber bei überzeugender Ansprache durch interessante Angebote gewinnen. Was könnte Zufriedene in deinem Betrieb noch ein bisschen glücklicher machen? Finde es heraus, sprich es aus!
- Zum empathischen Talentmanagement gehört internes Talent-Scouting. Suche die Begabungen nicht nur draußen. Nimm wahr, wer in den eigenen Reihen Potential hat, wachsen kann und will.
- Denke nicht, dass du immer gleich Antworten parat haben musst. Stelle aufrichtige, neugierige Fragen. Zeige dich interessiert an Vorschlägen, Vorlieben, Entwicklungswünschen. Deine Teammitglieder sollen sicher sein, dass man in der Firma offen ist für das, was sie erreichen wollen.
- Selbsterkenntnis ist schwer. Manchmal erkennen Teammitglieder eine eigene Neigung oder Gabe erst dann richtig, wenn eine Führungskraft sie benennt. Beschreibe Stärken also möglichst konkret. So kann direkt im Betriebsalltag aus Feedback und Lob für Leistung Talentförderung werden.
- Talent zu erkennen und zu benennen, nutzt auch dem Unternehmensergebnis. Wer weiß „darin bin ich gut“, geht noch motivierter an die Arbeit, ist sogar produktiver.
- Jede Führungskraft weiß: Erbringt jemand keine Topleistungen, ist aber stetig und zuverlässig, ist auch das eine Form von Talent und ein wertvoller Beitrag zum gemeinsamen Unternehmenserfolg. Vergiss nicht, ihn ebenfalls zu würdigen. Zum Talentmanagement mit Empathie gehört, dass niemand sich unbeachtet fühlt.
Empathie ist zum Glück keine Gabe, sie lässt sich trainieren, sagt die Wissenschaft. Empathisches Talentmanagement hilft Rahmenbedingungen zu schaffen, die der Mitarbeiterschaft Orientierung bieten, sie bestätigen und ihre Entwicklung unterstützen. Es stärkt die Verbundenheit, kann neue Teammitglieder anziehen und binden. Und es hat einen positiven Einfluss auf die Leistung. Wie so oft gilt auch hier ein beliebter Leitsatz aus der 100TOP-Führungsphilosophie: Aus Wertschätzung wird Wertschöpfung.