Eigentlich toll, dass man digitale Unterstützung so bequem und teils wie selbstverständlich überall in seine Arbeitsabläufe integrieren kann. Besonders geläufig sind im (Dachdecker-) Handwerk: elektronische Auftragsverwaltung, Kunden- und Lieferanten-Database, cloudbasierte Buchhaltung mit Rechnungstellung, Steuer, Lohn- und Gehaltsabrechnung, die Auswertung von Drohnendaten, mobile Geräte- und Baustellenapps für Materialbestandsüberwachung, Arbeitszeiterfassung und Baustellenpläne. Die digitalen Tools machen alles erheblich schneller, bequemer, effizienter – allerdings leider auch angreifbarer. Denn mit der steigenden Digitalisierung und Vernetzung steigt ebenso das Risiko von Cyberattacken. In vielen Betrieben ist man sich dessen gar nicht bewusst. Der häufigste Grund ist eine zu bescheidene Selbsteinschätzung: „Wir sind für Hacker nicht interessant genug!“ Leider doch.
Cyberkriminelle orientieren sich nämlich nicht an Betriebsgrößen, sondern suchen gezielt nach Firmen mit Lücken in der IT-Abschirmung. Genau das ist gerade in kleinen und mittelständischen Handwerksbetrieben oft der Fall. Sie unterhalten keine eigenen IT-Abteilungen, haben häufig auch kein IT-verantwortliches Teammitglied. Die Cybersicherheit wird nicht durchgehend betreut und auf dem neuesten Stand gehalten. Eine riskante Situation. Im Vorjahr entstanden deutschen Unternehmen rund 289 Milliarden Euro Schaden durch Cyberangriffe. Kleine und mittlere Unternehmen waren besonders betroffen, darunter jeder 6. Handwerksbetrieb.
Was sind die häufigsten kriminellen Strategien? Ransomware-Attacken: Unternehmensdaten werden gehackt, verschlüsselt, dann Lösegelder für die Wiederfreigabe erpresst. Phishing: Gefälschte E-Mails verleiten zur Preisgabe sensibler Zugangsdaten, bis hin zu Banking-PINs der Firma. Rechnungsbetrug: Über manipulierte E-Mail-Kommunikation werden gefälschte Rechnungen eingeschleust, oder es werden via Hacking real existierende Rechnungen durch Austausch der Bankverbindung manipuliert. Der Betrieb überweist korrekt – aber aufs Konto der Kriminellen. Auch Angriffe auf vernetzte technische Geräte kommen immer wieder vor.
Die Folgen sind, wie man sich denken kann, fatal. Sie reichen von Betriebsunterbrechungen über Umsatzausfälle und andere finanzielle Einbußen bis hin zu Haftungsproblemen und Imageverlust. Im Vergleich zu solchen Risiken sind vorbeugende Maßnahmen und die Stärkung der Sicherheit eine ausgesprochen lohnende Investition. Und einiges kostet sogar hauptsächlich nur Zeit und Organisationsaufwand.
Durch Maßnahmen wie Sicherheitsupdates, Zugriffskontrollen, Datensicherung wird Cybersicherheit zu einem dauerhaften Bestandteil der verantwortungsvollen Betriebsführung. Fachleute unterstreichen, dass der Schutz der digitalen Betriebsbereiche letztlich auch die Wettbewerbsfähigkeit stärkt: als Merkmal von Qualität und Verlässlichkeit – und ganz einfach, weil dann immer alles reibungslos läuft.
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